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Beschwerden in den Wechseljahren können Sie hinnehmen, müssen Sie aber nicht. Hormontherapie heißt das Zauberwort.

Geschlechtshormone steuern nicht nur den Regelzyklus der Frau, sie sind auch an vielen anderen Vorgängen im Körper beteiligt. Die Beschwerden, die eine Frau in den Wechseljahren bekommen kann, sind sehr unterschiedlich in ihrer Ausprägung und ihrer Stärke. Nicht jede Frau benötigt aufgrund dieser Beschwerden Hormone. Bei starken Beschwerden ist die Hormontherapie aber immer noch das Mittel der ersten Wahl. Dann ist die Hormontherapie eine Möglichkeit, die Beschwerden der Wechseljahre schnell und effektiv zu lindern.

Hormone: Ja oder Nein?
Ob durch die Hormontherapie ein zusätzlicher Schutz vor schwerwiegenden Erkrankungen, z. B. vor Osteoporose gegeben ist, wird immer wieder angezweifelt. Bei langfristiger Einnahme, in der Regel wird von einem Zeitraum von mehr als 5 bis 10 Jahren gesprochen, zeigen unterschiedliche Untersuchungen ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der schützende Effekt der Östrogene auf die Blutgefäße wird scheinbar nur dann wirksam, wenn die Therapie frühzeitig und bei gesunden Frauen eingesetzt wird. Kontroverse Diskussionen sind in der Wissenschaft üblich und sinnvoll. Es finden immer eine Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen und Studien statt, die oft gegenteilige Ergebnisse erzielen. Deshalb ist es wichtig, dass eine Hormontherapie immer von den individuellen Beschwerden ausgeht und nicht wahllos als vorbeugende Therapie eingesetzt wird. Außerdem gehört sie unbedingt in die ‘Hand eines Spezialisten’.

Warum überhaupt Hormone?
Irgendwann im Leben einer Frau – oft im Alter von etwa 45 bis 50 Jahren – beginnt die körpereigene Hormonproduktion zu stocken, die so genannten Wechseljahre setzen ein. Dies ist biologisch auch sinnvoll, da es offensichtlich in der Evolution keinen Vorteil bietet, wenn ältere Frauen noch Kinder gebären und aufziehen. Mit der versiegenden Hormonproduktion setzen auch verschiedene biologische Veränderungen ein, die die Frauen subjektiv belasten und objektiv gefährden können.
Während bei Männern nach dem 35. Lebensjahr die Knochendichte kontinuierlich langsam abnimmt, gibt es bei Frauen in den Wechseljahren geradezu einen Absturz der Knochendichte. Dasselbe gilt für die Fettwerte: Das Cholesterin und die Triglyceride nehmen bei beiden Geschlechtern mit steigendem Lebensalter zu. Bei Frauen kommt es aber in den Wechseljahren zu einem dramatischen Anstieg. Dieser wird auch für die deutliche Zunahme der Herzinfarkte bei Frauen verantwortlich gemacht. Hier kommen die Hormone / der Hormonersatz (Hormonersatztherapie) zum Einsatz.
Die eingesetzten Hormone kommen in unserem Körper natürlicherweise vor (oder sind den natürlichen sehr ähnlich). Wenn diese Hormone eingenommen werden, wird damit also „nur“ etwas Natürliches nachgeahmt. Was fehlt, wird ersetzt. Wenn wir wegen Wadenkrämpfen Magnesium einnehmen, substituieren wir ja auch etwas auf ganz natürliche Weise. Hinzu kommt noch, daß das erste, im Jahre 1942 in Amerika zugelassene Hormonpräparat aus Stutenharn gewonnen worden war, also auch eine natürliche Herkunft aufwies. Auch heute gibt es noch Hormonersatzpräparate, die aus Pferdeurin gewonnen werden.
Für die Befürworter der Hormonersatztherapie (HET) ist diese Behandlung gewissermaßen die reinste Naturheilkunde: Natürliche, biologische Abläufe werden nachgeahmt und unterstützt und das auch noch mit naturähnlichen Substanzen oder solchen natürlicher Herkunft

Wann sind Hormone erforderlich und wann nicht:

- Bei starken Wechseljahrsbeschwerden, die auf andere Mittel nicht ansprechen, kann eine wohlüberlegte, zeitlich beschränkte HET sinnvoll sein.
- Bei Osteoporose streiten sich die Gelehrten noch. Auch hier gibt es mittlerweile aber wirksame naturheilkundliche und schulmedizinische Alternativen.
- Zur Vorbeugung von Herzinfarkten oder Schlaganfällen hat die HET bis auf Weiteres ausgedient. Hormone die nur zu diesem Zweck eingesetzt worden sind, sollten in Absprache mit dem Arzt umgehend abgesetzt werden.

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