Eines vorne weg: Ich liebe Weihnachten und freue mich jetzt schon auf den Advent. Ich freue mich auf die erste Kerze am Adventskranz, auf Weihnachtsmärkte und die traditionellen Familientreffen an den Feiertagen.
Aber wie soll ich mich auf etwas freuen, das eigentlich schon da ist? Lebkuchen und Spekulatius lachen mich seit Wochen im Supermarkt an, überall Weihnachtsdekorationen in Hülle und Fülle und am Wochenende wurde ich in einer Bäckerei tatsächlich mit weihnachtlicher Musik empfangen. Ist das noch normal? Es ist Anfang November. Wir befinden uns mitten im Herbst! Meinen ganz persönlichen Weihnachts-Super-Gau hatte ich allerdings letzte Woche, als ich morgens aus meiner Wohnungstür trat. Meine Nachbarin hatte den ganzen Hausflur in weihnachtliche Stimmung getaucht. Kitschige Fensterbilder ein Türkranz aus Tannenästen, gehalten von üppigen, roten Schleifen und eine Weihnachtsmann-Statue in Lebensgröße. Sie hat den Herbst einfach übersprungen und ging von der Sommerdekoration direkt zu Weihnachten über. Ihre bunten, Gott sei dank nicht blinkenden, Lichterketten am Fenster begeistern mich schon seit ganzen drei Wochen. Nur noch einmal zur Erinnerung: Wir haben Mitte November.
Vergessen Sie die Einteilung der Jahreszeiten in Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Scheinbar gibt es eine neue Regelung: Ostern, Weihnachten. So kommt es mir zumindest vor. Meine Weihnachtszeit beginnt am ersten Advent. Erst dann stimme ich mich auf Weihnachten ein. Erst dann schmücke ich meine Wohnung mit Kerzen und Tannenzweigen. Erst dann genieße ich meine ersten Lebkuchen und erst dann bummele ich gemütlich durch Kaufhäuser auf der Suche nach Geschenken für die Liebsten. Abgesehen von der christlichen Bedeutung von Advent und Weihnachten, die ja ohnehin kaum mehr eine Rolle zu spielen scheint, finde ich es wichtig, sich auf etwas freuen zu können, abwarten zu müssen, bis es beispielsweise die Weihnachts-Leckereien gibt. Wo bleibt der Reiz von Weihnachten, wenn ich schon im Herbst Bratäpfel esse und meine Wohnung einer Deko-Abteilung im Möbelhaus gleicht?
Nachdem meine Nachbarin also schon an Halloween die Kinder mit der Weihnachts-Deko empfangen hat, habe ich mich nun zum radikalen Gegenschlag entschieden. Ok, ich finde Tür-Kränze etc. spießig und langweilig, aber seit dem Wochenende ist auch meine Tür kunstvoll geschmückt: Mit Kürbissen, Ahorn-Blättern und kleinen Spielzeug-Drachen. In unserem Flur herrscht nun der Kampf der Jahreszeiten. Herbst gegen Winter, beziehungsweise Weihnachten. Ich werde verlieren – gegen diese Masse an Kitsch komme ich einfach nicht an. Aber ich habe den Aufstand gewagt. Und pünktlich zum ersten Advent steige auch ich auf die Weihnachts-Deko um.
Was halten Sie vom Weihnachtsstress im Herbst? Schreiben Sie mir Ihre Meinung. Ich freue mich auf Ihre Post.
heidi.langenbaum@schoenheits-experten.de
Bleiben Sie schön,
Ihre
Heidi Langenbaum








