Alle freuen sich über den Frühling, doch für über 10 Millionen Menschen in Deutschland haben Wärme und Sonne einen Nachteil: Die Heuschnupfensaison hat begonnen, die Pollen der ersten Frühblüher wie Hasel, Erle und Birke wecken Niesreiz und treiben Tränen in die Augen. Im Sommer geht es dann mit den Gräsern weiter.
Bei Heuschnupfen kann nur die Vermeidung des Allergens die Symptome verhindern, doch Priv.-Doz. Dr. Jochen Meyer, Chefarzt der Klinik für Hautkrankheiten und Allergologie am SRH Wald-Klinikum Gera, weiß: Pollen können sehr weit fliegen, weshalb man ihnen nicht ausweichen kann. Um die Beschwerden zu mindern, sei es wichtig, herauszufinden, wogegen der Patient genau allergisch ist. Dafür gibt es nach Meyer drei gängige Methoden. Der Arzt macht einen Hauttest mit Pollenextrakten, einen Bluttest um körpereigene Antikörper nachzuweisen oder einen so genannten Provokationstest, bei dem verdächtige Pollen auf die Nasenschleimhaut aufgesprüht werden.
Dr Meyer über die lästigen Anzeichen des Heuschnupfens: “Die Symptome sind durch Medikamente wie Tabletten oder Nasentropfen gut zu behandeln. Für Kinder sind Tropfen besser geeignet. Inhalationen und Saunabesuche unterstützen die Heilung”, sagt Dr. Meyer. Bei starken beschwerden ist eine spezifische Immuntherapie sinnvoll. Hierbei wird das überempfindliche Abwehrsystem durch kontinuierliche Allergeninjektionen oder -tabletten an die Pollen gewöhnt. „Je früher diese Therapie angewandt wird, desto besser“, so Meyer. Denn im schlimmsten Fall drohe dem Patienten Asthma.
Neben Medikamenten und Therapien können Betroffene aber auch durch kleine Tricks die allergischen Reaktionen deutlich reduzieren: In Städten ist der Pollenflug in den Abendstunden am höchsten, lüften sollte man darum tagsüber. Dr. Meyer rät außerdem, die Freizeitkleidung in der Pollenflugsaison nicht im Schlafzimmer aufzubewahren und die Haare vor dem Schlafen zu waschen. Bei Autofahrten empfiehlt er geschlossene Fenster und Luftfilter. Aktuelle Pollenfluginformationen im Wetterbericht oder Internet helfen, sich rechtzeitig auf den Heuschnupfen vorzubereiten.
Quelle/Bild: www.srh.de








