Heute ist der Internationale Tag gegen Lärm, der darauf aufmerksam machen soll, dass schon jeder Vierte in Deutschland Probleme mit dem Hören hat. Grund genug, sich einmal mit einer häufigen Folge von Lärm zu beschäftigen, dem Tinnitus. Ob Piepsen oder Rauschen Tinnitus kann sich in vielen Arten von Ohrgeräuschen zeigen.
Drei Millionen Menschen in Deutschland sind bereits betroffen, 250.000 erkranken jährlich neu an chronischem Tinnitus, informiert die Deutsche Tinnitus-Liga. Almut Nießen, Fachärztin für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Ärztezentrum der Techniker Krankenkasse (TK): “Von einem Tinnitus spricht man, wenn Betroffene von ständigen Ohrgeräuschen wie Piepsen, Pfeifen, Klingeln oder auch Summen geplagt werden. Diese Geräusche nehmen nur sie alleine wahr, es sind keine äußeren Schallquellen verantwortlich.”
Der Ausbruch von Tinnitus hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel Lärmschäden und Durchblutungsstörungen. Stress kann die Geräusche verschlimmern. Lärm begegnet einem im Alltag überall: Am Arbeitsplatz ist es der Computer und Drucker oder das etwas lautere Gespräch von Kollegen. Auf dem Heimweg lärmen vorbeifahrende Autos oder der Presslufthammer auf der Baustelle. Abends belastet vielleicht ein Disco- oder Konzertbesuch die Ohren.
Tinnitus und Lärm
Das alles ist Dauerstress für das Gehör. Mögliche Folgen können ein Klingeln, Rauschen oder Pfeifen in den Ohren sein. “Ohrgeräusche sind ein Zeichen dafür, dass es den Ohren beziehungsweise den Haarzellen in den Ohren zu laut war”, so Nießen. In den meisten Fällen können sich die Haarzellen wieder erholen. “Sind sie über viele Jahre hinweg ständiger Überlastung ausgesetzt, dann können Haarzellen auch zermürben oder absterben – mit der Folge: Lärmschwerhörigkeit”, so die HNO-Fachärztin weiter.
Sind die Ohren häufig einem Schallpegel von mindestens 85 dB ausgesetzt, drohen Schäden, ist der Lärm laut genug, kann er das Gehör sofort schaden – zum Beispiel bei einem Silvester-Knaller oder einem Düsenmotor (circa 140 dB).
“Neben einer Schädigung des Gehörs bedeutet Lärm auch Megastress für den gesamten Körper”, sagt Nießen. Bei einem Schallpegel von 30 bis 35 dB schüttet der Körper bereits Stresshormone aus, die zu höherem Blutdruck und steigenden Cholesterin- und Blutfettwerten führen. Studien belegen, dass beispielsweise Fluglärm zu einem erhöhten Krankheitsrisiko bei Herz- und Kreislauferkrankungen führt.
Durch die Belastung und gesundheitlichen Folgen ist Lärm nicht mehr nur ein gesellschaftliches, sondern auch gesundheitspolitisches Thema. Am Internationalen Tag gegen Lärm soll auf die Ursachen und vor allem Folgen der Schallbelastungen aufmerksam gemacht und darüber aufgeklärt werden, wie Lärm vermieden werden kann.
Quelle: www.tk-online.de
Foto: Techniker Krankenkasse









Wenigstens die Statistik soll die Leute darauf aufmerksam machen, wie groß eigentlich das Problem ist..