Artikel-Schlagworte: „Bauer sucht Frau“
Ich bin leidenschaftliche „Fern-Seherin“, das gebe ich gerne zu. Doch die Sender hatten in der letzten Zeit nicht sehr viel zu bieten. Zum x-ten Male konnte ich einen Blick hinter die Fassade einer Großfamilie werfen oder eine anderen Familie bei ihrer Auswanderung ins kanadische Niemandsland begleiten.
Ein anderer Sender berieselte mich fast täglich mit neuen „Frauen-Tausch“ Geschichten und die ach so witzigen Video Clips mit Missgeschicken fremder Leute schienen keinen Ende zu nehmen. Doch der Voyeurismus hat einen neuen Namen: Bauer sucht Frau. Der Sender RTL macht aus der zweiten Staffel der Kuppelshow für mehr oder weniger junge, aber in jedem Fall einsame, Bauern einen Quoten-Hit. Montag Abend, 21 Uhr 15 ist „Bauer-Zeit“ – manchmal gönne ich mir am Wochenende sogar noch einmal die Wiederholung.
Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich breit grinsend auf der Couch sitze oder mir verschämt die Wolldecke vor’s Gesicht ziehe – so sehr lasse ich mich von den doch zeitweise sehr unbeholfenen Bauern mitreißen. Wenn zum Beispiel Bauer Jürgen unglaublich tolpatschige Annäherungsversuche startet, möchte ich ihm am liebsten durch den Fernseher einen Schubs geben. „Nun los Junge, so wird das nie was“. Mit „Mädchen“, wie er der 41-jährige Frauen liebevoll nennt, hatte er noch nie Glück. Bernhard hingegen finde ich klasse. Moderatorin Inka Bause bezeichnet ihn gerne als Raubein – Ja, man muss zugeben, Feinfühligkeit ist nicht unbedingt seine Stärke, aber gerade deshalb finde ich persönlich ihn klasse. Einfach zuckersüß sind natürlich Rinderwirt Bruno und seine Anja. Verliebt und schüchtern wie zwei Teenager finden sie in jeder Folge ein Stückchen näher zusammen. Und besonders gespannt bin ich auf den Jungbauern Andi, der mit zarten 23 noch ziemlich locker an die Sache ran geht und schon beim Scheunenfest, dem ersten Zusammentreffen der „Paare“, wild mit seiner Auserwählten turtelte. Wie er die Kennenlern-Woche auf seinem Hof erlebt, können wir seit dieser Woche erleben.
Doch warum wurde aus „noch einer Reality Show“ ein derartiger Erfolg? Die letzten beiden Folgen wurden von circa 7 Millionen Menschen gesehen. Vielleicht ist es, weil die Bauern Menschen sind wie du und ich. Sie sind schüchtern, manchmal etwas verkrampft im Umgang mit Frauen und sehnen sich doch so sehr nach einer Familie oder zumindest einer Partnerin. Wieso es Bauern bei der Partnersuche so schwer haben? Naja, würden Sie gerne im Morgengrauen in den stinkenden Kuhstall gehen, um widerspenstigen Rindviehchern den Mist unter den Füßen wegzuräumen? So romantisch die RTL Serie auch ist, das ist nun mal der Alltag auf einem Bauernhof. Die erste Beziehung ist daran schon gescheitert, denn Bernhard musste arbeiten, während Beate lieber Zeit mit ihm verbringen wollte. „Wenn das Wetter gut ist, muss ich auf den Acker“, so einfach war seine Begründung. Nun ist Beate weg und ihre Nachfolgerin steht schon in den Startlöchern. Mal sehen was daraus wird… Ein Hoch auf den TV-Voyeurismus.
Was halten Sie von der Serie „Bauer sucht Frau“? Schreiben Sie mir Ihre Meinung. Ich freue mich auf Ihre Post.
Bleiben Sie schön,
Ihre
Heidi Langenbaum








